talkto@gillesbordelais.eu +32 498 59 44 28; +49 179 4615239

Keine Festung Europa!

Vor drei Jahren gingen die Bilder vom ertrunkenen Alan Kurdî um die Welt. Der dreijährige Syrer kurdischer Abstammung kam zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder beim Versuch ums Leben, aus den Kriegsgebieten nach Europa zu flüchten. Die Bilder lösten eine Debatte über Migration sowie die Haltung der EU gegenüber Flüchtlingen aus. Die Unmenschlichkeit einer Politik, die Menschen auf der Flucht weiteren Gefahren aussetzt, statt ihnen zu helfen, wurde angeprangert. Leider veränderte sich dadurch die Grundeinstellung der Regierungen Europas in keinster Weise.

Stattdessen bauen europäische Staaten Internierungslager, riegeln ihre Grenzen mit Zäunen ab, finanzieren Überwachung bis ins Herz Afrikas, um Menschen noch effizienter an ihrer Flucht zu hindern. Wohl wissend, dass das nur eins bedeutet: die Flucht wird noch gefährlicher, es sterben mehr Menschen.

Dieses Europa wollen wir nicht. Es ist ein Europa, das seine ureigenen Werte wie Solidarität oder Achtung der Menschenrechte leugnet. Es ist ein Europa, in dem Fremdenfeindlichkeit salonfähig geworden ist: statt sich um eine Beruhigung der Lage zu bemühen, versteigt sich der rechtspopulistische Innenminister der Bundesrepublik kurz nach rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz dazu, Migration öffentlich als „Mutter aller Probleme“ zu bezeichnen.

Unser Europa hilft. Es hilft Menschen auf der Flucht, einfach und sicher ans Ziel zu kommen. Es hilft Geflüchteten, im neuen Land Fuß zu fassen, sprachlich, kulturell, in der Bildung oder auf dem Arbeitsmarkt. Dieses, ein besseres Europa, ist möglich!

Die Not der Flüchtenden darf nicht verharmlost werden. Um es mit Warsan Shire zu sagen:

you have to understand,
that no one puts their children in a boat
unless the water is safer than the land